Wie Gott will

Aktuelles


Liebe Leserinnen und Leser unserer Homepage.

Sie hören sicher in diesen Zeiten viele gute und berührende Predigten. Vielleicht nehmen Sie sich trotzdem die Zeit, diese Predigt zum 5. Sonntag in der Osterzeit zu lesen. Es geht um Wohnungen und um Heimat. Im Evangelium von Johannes ist dies die Aussage.

Sie konnten sicher viele Sonntage lang keine Gottesdienste mitfeiern – nun ist es wieder möglich. Unsere Heimat, oder ein wichtiger Teil der irdischen Wohnung, ist die Kapelle, deshalb die Fotos zu der mich berührenden Predigt von Pater Patrick.

„In den Tageszeitungen finden sich seitenlange Angebote und Suchanzeigen nach Wohnungen und Häusern. Vor allem junge Menschen suchen – bei Job oder Studium - nach einer eigenen "Bleibe". Ein eigener Haushalt gehört zu einem der wichtigsten Bedürfnisse. Zugleich bildet er den Bezug zu den "eigenen vier Wänden". Wir machen diese Erfahrung gerade tiefer in dieser Coronazeit.

Nach einer langen Reise fühlen wir, dass wir voll Sehnsucht wieder zurück "nach Hause", in die eigenen "vier Wände" zurück möchten. Und gar nicht selten hört man dann: „Zuhause ist es doch am schönsten". Die vertraute Welt der eigenen Wohnung, des eigenen Hauses, der Umwelt, wo ich wohne, bilden ganz wichtige Säulen für Sicherheiten und Geborgenheit.

Die Hl. Schrift, besonders das Alte Testament, ist voll von Geschichten rund um das Wohnen, um das Suchen nach Lebens- und Wohnräumen. So lesen wir im Buch Genesis, wie Abraham in ein Land aufbricht, um es als neue Heimat in Besitz zu nehmen. Der Auszug aus Ägypten durch die Halbinsel Sinai brachte das Volk wiederum zurück in eigene Lebens- und Wohnräume.

Ja, Jahwe selbst nimmt mitten unter seinem Volk Wohnung, zuerst in einer festen Wohnstätte, dem sogenannten "Offenbarungszelt"; später im prachtvollen Tempel von Jerusalem.

In Jesus von Nazareth hat Gott selbst in einmaliger Weise Wohnung bei den Menschen genommen, inmitten der Menschen als Mensch.

In seiner Abschiedsrede spricht Jesus von Wohnungen. Das Bild von diesen Wohnungen im Haus des Herrn meint viel mehr als reale Wohnungen: Heute und hier ganz bei Gott zu sein; dort zu sein, wo Gott ist. Christus - der auferstandene Herr - selbst ist die Zusage nach letzter Geborgenheit, nach Heimat, nach einem Platz, wo ich Wohnung und Sicherheit erhoffen darf.

Der Glaube an diese Botschaft, soll mich wie ein Schutzmantel durch das Leben begleiten. Diesen "Wohnraum" darf ich auch dann annehmen, wenn ich durch verschlungene Lebenswege, durch Unglück oder Krankheit äußere Sicherheiten verloren haben sollte.

Der Zuspruch Jesu ist ein großes Trostwort und eine Verheißung für alle Zeiten an die Glaubenden, vor allem gerade in dieser Zeit der Pandemie.

Gott schenkt uns Wohnung, wenn wir ihn einlassen! Er schenkt uns eine tiefe innere Sicherheit, eine Bewältigung der vielen Lebensängste, und eine Heimat, wenn wir ihn einlassen!

Unsere Kirche und unsere Gesellschaft sollten die Räumlichkeiten sein, in der Jesus mit uns wohnt. Wo Jesus ist, da wohnt auch Gott, da Jesus im Vater ist und der Vater in ihm. Das Miteinander ist in Gott sehr wichtig.

Das Miteinander war sehr wichtig für die Urkirche damals. Die ersten Christen waren kreativ. Sie haben ein neues Dienstamt geschaffen, die Diakone, die sich ganz der Versorgung der Ärmsten und Vergessenen widmeten. Im Vertrauen auf den Auferstanden haben sie angepackt. Seine Werke haben sie getan. So kann eine Gesellschaft zum Wohnort Gottes werden.

Auch in dieser Zeit der Schwierigkeit können wir die Gegenwart Gottes unter uns erkennen. Diese Erkenntnis kann uns Hoffnung und Ausweg schenken. „Ihr werdet dort sein, wo ich bin“, sagt uns Jesus.

Seine Zusage bietet uns eine weitere Hoffnung. Wenn Jesus von den Wohnungen beim Vater spricht, so dürfen wir letztlich auch einen Platz bei Gott erhoffen, der uns verheißen ist im Leben nach dem Tod.“

Lassen wir uns gemeinsam durch die irdische Wohnung – durch das Gotteshaus – daran erinnern: Unser Gott wohnt bei uns, bei seinen Menschen.

Mit einem herzlichen Gruß Sr. M. Christina

Liebe Leserinnen und Leser unserer Homepage.

Viele oder die meisten von Ihnen können im Moment keinen Gottesdienst feiern. Wir, die Gemeinschaft der Katharinenschwestern am Ermlandweg in Münster, dürfen dies in unserem kleinen Rahmen mit Abstand tun. Dies ist ein Privileg und wir nehmen Sie mit in unser Gebet. Unser Kreuz in der Kapelle ist auch verhüllt, aber die Verhüllung des Hochalters im Stefansdom in Wien mit einem riesigen Pullover ließ uns doch aufhorchen. So möchte ich diese Worte der Predigt von Propst Remfert mit Ihnen allen teilen und hoffe, dass auch Sie Trost darin finden: Christus bekleidet sich mit „unserem“ Alltag…

5. Fastensonntag /A                Katharinenschwestern 2020

Ein ungewohnter Anblick heute, der Blick auf das verhüllte Kreuz. Oder doch auch nicht? „Ist doch jedes Jahr so, kennen wir doch!“
Dabei kann das Verhüllen eine große Wirkung haben! Der Verhüllungskünstler Christo hat das Verhüllen zur Perfektion getrieben. Z.B. hat er den Reichstag in Berlin unter riesigen Folien verhüllt, und alle schauten hin und sahen die Konturen dieses bekannten Gebäudes einmal bewusst und wieder ganz neu.

Aus Wien, aus dem weltberühmten Stefansdom wird berichtet, dass dort ein bekannter österreichischer Künstler in diesem Jahr zur Fastenzeit den prächtigen Hochaltar mit dem großen Kreuz mit einem riesigen Strickpullover zugehängt hat. Der Pullover ist gut zu erkennen, die beiden Ärmel rechts und links hängen lang herunter. 80 qm groß ist das Kleidungsstück.

Das Heiligste im Kirchenraum ist verhängt - wie unser Kreuz hier auch. Ein alltägliches Kleidungsstück, ein Pullover, verhängt das Zentrum des Glaubens, das Kreuz mit einem Pullover, nicht anders wie wir ihn jeden Tag tragen, - nur eben größer. Jesus, unser Gott, in einem Pullover: so geht er durchs Leben, an meiner Seite, mir sehr ähnlich! Wie viele Löcher mögen im Laufe der Zeit in dieses Strickgewebe wohl hineinkommen? – auch das Loch, das einmal mein Grab sein wird!
Marta sagte zu Jesus: „Komm, und sieh.“ (34) Und er kam.

„Was ziehe ich heute bloß an!“ das ist für viele Menschen eine ganz wichtige Frage. Für Jesus nicht. Er trägt, was wir alle tragen, und alles, was uns jeden Tag in den Kleidern hängt. Er trägt das Strickmuster meines Lebens. Das Verhüllen wird jetzt zu einem ganz neuen Sehen. Wie Zwillingsgeschwister, die gleich gekleidet sind, so trägt Jesus mit mir den gleichen Pullover, das Kleid meines Lebens. Auch das Tuch an unserem Kreuz sagt uns das - ein Tuch aus unserer Alltagswelt.
Die Kleidung, ein Pullover ist wie eine zweite Haut: Gott steckt in meiner Haut! Näher kann er mir nicht mehr kommen! Das ist meine Erlösung: Er hat sich alles von mir angezogen. „All Sünd‘ hast du getragen.“ Das Verhüllen enthüllt es mir.

Und noch mehr: In meiner Verhüllung, in meinem Alltagsgewand, geht er durchs Leben: Im Dienst an den Menschen, in den vielen hochherzigen Gesten jetzt in der Corona-Krise: Da steht er im Alltagsgewand jeder Frau und jedes Mannes, der hilft und zur Stelle ist. Wenn ich im Alltagspullover zur Stelle bin, dann ist er da!

Ps. 102, 27,28: „Du wechselst sie wie ein Kleid“. Gott fragt nicht: Was ziehe ich heute nur an? Gott nimmt mich, er nimmt mein Leben. Und in meinem Leben darf ich ihn zu den Menschen, zu den Kranken, zu denen hintragen, für die „Misereor“ in diesem Jahr sorgen möchte – wie ein Zwillingsbruder. „Sie zerfallen wie ein Gewand; du aber bleibst“ (Ps). Wenn keine Schutzmaske mehr hilft, wenn uns die Schutzkleidung ausgeht: „Du aber bleibst.“
Zu Marta sagte Jesus: “Habe ich dir nicht gesagt, du wirst die Herrlichkeit Gottes sehen?“ (40) Das sagt er an einem Grab! „Und Jesus weinte.“ (35) Jesus in meinem Alltagspullover – bis zum Letzten. „Du aber bleibst.“ Neues Sehen in der Verhüllung. Und ich sehe meinen Jesus, wie er nicht am Grab stehen bleibt, sondern selbst in das Grab hineingeht. Er zieht den Pullover nicht eher aus, bis der ganze Lebensweg abgeschritten ist. Verhüllung, um es uns zu enthüllen!
„Deinen Tod, o Her, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir; bis du kommst in Herrlichkeit.“ Amen. 

Die Versangaben im Text beziehen sich auf das Sonntagsevangelium: Joh 11,1-45.

So wünsche ich Ihnen und uns allen einen gesegneten Sonntag im Wissen, ER ist unser Bruder und geht mit uns. Sr. M. Christina


18.01.2020 Aktuelles: Zum Fest der seligen Regina Protmann

Liebe Leserinnen und liebe Leser unserer Homepage:

Die Notiz ist nicht mehr so ganz neu, aber noch immer gut zum Lesen.

Jedes Jahr feiern wir am 18.Januar den Gedenktag unserer Gründerin Regina Protmann. Den Tag bereiten wir in den Gemeinschaften immer durch eine Novene vor, ein neuntägiges Gebet, um uns einzustimmen auf dieses unser besonderes Fest.

In der Eucharistiefeier, die festlich gestaltet war, hörten wir eine Predigt, aus der ich einiges mit Ihnen teilen möchte:

Wie viele Bücher könnten es wohl werden? (vgl. Joh 21,25) „Jeder Christ schreibt mit seinem Leben eine Seite der Hl. Schrift weiter.“ - Ein kühnes Wort. – Aber ein Wort das auch wahr ist.

Ich kann dieses Wort natürlich nicht so verstehen, als ob am Ende auf dem Totenbrief für einen Christen stehen sollte: „Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.“ Nein, so natürlich nicht. Aber wie?

Das gelebte Leben eines gläubigen Menschen entfaltet die Botschaft von Gott, das Evangelium Jesu Christi, in sein Leben hinein, und wie schon in der Bibel – durch Licht und Dunkel, durch Sünde und Gnade – kommt Gott zum Menschen. Gott kommt durch! So auch im Leben eines gläubigen Menschen: mit Licht und Schatten, Schuld und Gnade - Gott kommt durch und bleibt uns Menschen gegenwärtig.

Menschen waren es ja auch, die das Evangelium schon lebten und bezeugten, bevor sie es aufgeschrieben haben.

„Ein Christ, der sich mehr und mehr vom Glauben der Kirche führen und formen lässt, trotz seiner Schwächen, seiner Grenzen und seiner Schwierigkeiten, wird gleichsam zum Fenster, das offen ist für das Licht des lebendigen Gottes, das dieses Licht aufnimmt und es an die Welt weitergibt.“ (Papst Benedikt, Generalaudienz, 31.10.2012)

So lebt das Evangelium im getauften Menschen weiter. Und je mehr jemand die Einheit mit Christus sucht und auch erlangt, um so mehr Evangelium ist in seinem Leben. Bei einigen von ihnen darf die Kirche dann sagen: Sie sind Heilige oder Selige.

Mutter Regina wird „selig“ / „heilig“ genannt und von Ihnen und der ganzen Kongregation verehrt.

Für den Festtag heute – für die Zeit der Anbetung  - sind vielleicht drei Worte der Heiligen Schrift aus dieser Festmesse geeignet, um zu bedenken und zu betrachten, wie diese Worte sich im Leben der Seligen entfaltet haben und sie dadurch der Hl. Schrift gleichsam eine Seite hinzugefügt hat. Bedenken Sie das Leben der Seligen. Sie kennen ihr Leben ja gut. Die drei möglichen Worte habe ich Ihnen zusammengestellt.

Mit welcher Handschrift hat die selige Regina diese Worte in ihr Leben hineingeschrieben ---?

Dann aber darf ich der Frage nicht ausweichen: Mit welcher Handschrift schreibe ich mit diesen Worten Gottes Schrift in meinem Leben weiter ---?

„Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch euer ganzes Leben heilig werden.“ (1 Petrus,15)

Zum Bedenken und zum Beten im Blick auf das Leben der Seligen und auf das eigene Leben wurden uns diese Worte aus den Lesungen der Festmesse geschenkt.

Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! (Jes.35,4) Das erfordert einen gelebten Glauben

Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark (2 Kor 12,10). Sich annehmen, seine Lebensbedingungen, und ehrlich sein vor Gott und sich selbst…

Du aber folge mir nach (Joh 21,22b). Gott gibt nicht auf alle meine Fragen eine Antwort, aber er geht alle meine Wege mit!

Nach dem Gottesdienst war uns die Zeit geschenkt, in der festlich geschmückten Kirche vor dem Allerheiligsten, diesen Fragen im Herzen nachzugehen.

Mit einem herzlichen Gruß teile ich diesen Impuls mit Ihnen.

Sr. M. Christina

Der Predigt Impuls ist von Probst Heinrich Remfert    Foto: Klosterkirche der Katharinenschwestern MS Ermlandweg





 



 


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